Nach dem Motto "Setz mit uns ein Zeichen" haben wir 2024 den ersten Flashmob organisiert, der auf die Gewalt an Frauen aufmerksam macht. Hier finden Sie ein paar Impressionen von der Aktion sowie die Pressemeldung. Unser herzlicher Dank gilt an alle Unterstützer*innen und Gesa Niessen (http://www.gesaniessen.de) für die wunderbaren Bilder und Videos.
Quelle: Gesa Niessen.
(c) Hinweise: Die Bilder und Videos sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen ohne vorherige schriftliche Genehmigung der Fotografin und der drei Wuppertaler SI Clubs weder ganz noch in Teilen kopiert, verändert, vervielfältigt oder veröffentlicht werden. Presseanfragen richten Sie bitte an uns über das entsprechende Kontaktformular.
SI Club Bergisch-Land/Wuppertal, 23. November 2024
Am Samstag, den 23. November 2024, versammelten sich zahlreiche Menschen auf dem Barmer Wochenmarkt, um an einem Flashmob der drei Wuppertaler Soroptimist Clubs teilzunehmen. Die Aktion fand im Rahmen der „Orange Days“ statt – einer weltweiten Kampagne der Vereinten Nationen, die jährlich rund um den 25. November, den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, durchgeführt wird. Die Farbe Orange steht dabei symbolisch für eine Zukunft ohne Gewalt an Frauen und Mädchen.
In orangefarbener Kleidung und mit auffälligen Accessoires in Orange, dem internationalen Symbol für den Kampf gegen Gewalt an Frauen, setzten die Teilnehmenden ein starkes Zeichen gegen jegliche Form von Gewalt an Frauen und Mädchen. Von 12:00 bis 12:10 Uhr standen sie stumm auf dem Marktplatz und zeigten das internationale „Sign for Help“ – eine stille Handgeste, bei der die Handfläche zur Kamera gezeigt wird, der Daumen in die Handinnenfläche gelegt wird und die restlichen Finger sich dann über den Daumen schließen. Dieses Zeichen ist eine einfache und diskrete Möglichkeit, auf eine gefährliche Situation aufmerksam zu machen und Hilfe zu signalisieren, ohne verbal etwas äußern zu müssen.
"Jede dritte Frau in Deutschland ist von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen,“ erklärte Franziska Karpyschyn, Präsidentin des Clubs Bergisch-Land/Wuppertal „Alle 4 Minuten erlebt eine Frau Gewalt durch ihren (Ex-)Partner, alle zwei Tage verliert eine Frau ihr Leben. Diese Zahlen sind erschütternd und machen deutlich, warum unser Engagement so wichtig ist. Mit Aktionen wie dieser und dem Einsatz für betroffene Frauen wollen wir ein Zeichen setzen und gleichzeitig aufzeigen, dass es Hilfe und Unterstützung für diese Frauen gibt.“ Sie betonte auch, dass die Wuppertaler Clubs als Teil von Soroptimist International nicht nur mit Aktionen wie dieser ein Zeichen setzen, sondern auch lokale Projekte fördern, die Frauen in schwierigen Lebenslagen stärken – wie beispielsweise in Projekten der der Alten Feuerwache, dem Frauenhaus, KOMM und Mütter-Projekten an Brennpunktgrundschulen.
Ursula Weissenborn, Präsidentin vom Club Wuppertal-Toelleturm fügte hinzu: „Mit dieser Aktion im Rahmen der Orange Days rufen wir dazu auf, Gewalt gegen Frauen sichtbar zu machen und zu zeigen, dass dies ein Thema ist, das uns alle angeht – Männer wie Frauen. Es ist an der Zeit, dass wir alle Verantwortung übernehmen und aktiv gegen Gewalt eintreten. Und: Jede Frau, die Opfer von Gewalt wird, soll wissen, dass es Hilfe gibt – sei es durch das Hilfetelefon, spezialisierte Beratungsstellen oder vertraute Anlaufstellen in der Umgebung.“
Barbara Steins, Präsidentin des Clubs Wuppertal betonte, wie wichtig es sei, Frauen Mut zu machen, sich Hilfe zu holen: „Es ist entscheidend, dass Frauen wissen, an wen sie sich wenden können. Neben dem ‚Sign for Help‘ gibt es auch in vielen Apotheken das Codewort ‚Maske 19‘. Wenn Frauen dieses Codewort verwenden, wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass Hilfe benötigt wird, und können diskret Unterstützung organisieren. In Bars oder Clubs kann die Frage ‚Ist Luisa hier?‘ genutzt werden, um diskret auf eine bedrohliche Situation aufmerksam zu machen und Hilfe zu erhalten. Solche Hilfscodes sind lebenswichtig, um Betroffenen unauffällige Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme zu bieten.“
Frauen, die Opfer von Gewalt werden, können sich jederzeit an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000 116 016 wenden. Dieses Angebot ist anonym und rund um die Uhr erreichbar und bietet Beratung in mehreren Sprachen an. Außerdem gibt es spezielle Beratungsstellen vor Ort und Notrufnummern, die sofortige Unterstützung leisten können.
Der Flashmob war offen für alle Menschen – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft. Die Veranstalterinnen riefen insbesondere auch Männer dazu auf, sich der Aktion anzuschließen und zu zeigen, dass #noteverymen nicht nur ein Hashtag ist, sondern eine Haltung. „Wenn wir als Gesellschaft wirklich etwas verändern wollen, brauchen wir die Unterstützung aller. Die Teilnahme von Männern sendet ein starkes Signal der Solidarität und Entschlossenheit,“ erklärten die Veranstalterinnen.
Die Aktion stieß auf großen Zuspruch und regte zahlreiche im Nachgang viele Gespräche mit Passanten an. Soroptimist International und die Wuppertaler Clubs werden weiterhin mit Nachdruck für eine Welt ohne Gewalt an Frauen eintreten – eine Zukunft, für die es sich lohnt, gemeinsam zu kämpfen. Außerdem setzen die Wuppertaler Soroptimist Clubs ab dem 25. November eine Woche lang mit einer kraftvollen Botschaft auf digitalen Werbetafeln ein unübersehbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen.